
[vsport] - Von den turbulenten Tagen vor dem Start der Österreich-Rundfahrt (UCI Kat. 2.HC) ist im Team Vorarlberg-Corratec nach dem großen Finale am Sonntag in Wien nur noch wenig zu spüren. "Wir haben mehr erreicht, als uns viele zugetraut haben und können mit unserem Abschneiden beim wichtigsten Rennen der Saison mehr als zufrieden sein", so Harald Morscher zwei Tage nach der Rundfahrt. Platz 15 in der Gesamtwertung durch den Schweizer Reto Hollenstein, acht Top 15-Platzierungen auf den Etappen und als Krönung natürlich der Gewinn des Bergtrikots durch Josef Benetseder. "Das Bergtrikot ist nach dem Gelben das zweitwichtigste Trikot der Rundfahrt", erklärt der 38-jährige Neo-Team Manager. "Vor allem bei der Topbesetzung in diesem Jahr und dem schwierigen Streckenverlauf ein großer Erfolg für Josef Benetseder und das Team." Besonders zugesagt hat Morscher die Art und Weise, wie Benetseder das Trikot erobern konnte, "nämlich durch aktive Fahrweise, viel Präsenz in den Gruppen und taktisches Geschick. Tugenden, für die das Team Vorarlberg-Corratec seit Jahren steht." Benetseder, der insgesamt 340 km in Ausreißergruppen verbrachte, punktete nämlich bei vielen kleineren Bergwertungen und hielt so die Kletterasse wie Ricco und Sella im Spezialklassement auf Distanz.
Das Team Vorarlberg-Corratec war ohne große Namen wie Siedler oder Haselbacher in die Österreich-Rundfahrt gestartet. Für Harald Morscher aber alles andere als ein Nachteil. "Diese Taktik mit den Ausreißergruppen und Angriffen auf die Favoriten hätten wir sonst gar nicht fahren können und vieles wäre anders gekommen", meint der Rundfahrtsieger von 1994. Das Bergtrikot beflügle nun das gesamte Team, "und auch die Sponsoren sind von unserem Auftritt hellauf begeistert", verrät er.
Dazu beigetragen hat auch der Auftritt auf der Heim-Etappe in Vorarlberg von Dornbirn nach Bludenz, als Josef Benetseder zum ersten Mal ins gepunktete Bergtrikot schlüpfte. Wie schon im Vorjahr zeigten sich die Vorarlberger als radsportbegeistertes Volk. Bereits zum zweiten Mal nach 2009 hatte das Team Vorarlberg-Corratec die Auftaktetappe der Ö-Tour im "Ländle" mitorganisiert. Morscher hofft auf eine Neuauflage im kommenden Jahr. "Das Feedback der Rundfahrt und der Partner war wieder durchwegs begeistert."
Die Entdeckungen der Rundfahrt sind für Harald Morscher Bergkönig Benetseder und sein Klassementfahrer Reto Hollenstein. "Beni fährt seit 2006 in unserer Mannschaft und hat in diesem Jahr den Schritt vom Helfer zum Leistungsträger vollzogen. Das Leadertrikot in der heimischen Tchibo Top Rad Liga hat ihm das nötige Selbstvertrauen gegeben und das Wissen darum, wie es sich anfühlt, ein Trikot zu verteidigen." Dem 24-jährigen Schweizer Hollenstein sagt Morscher eine gute Zukunft voraus. "Reto ist bei dieser Rundfahrt konstant mit den Besten mitgefahren, ihm fehlt nicht mehr viel zur Spitze. Wenn er weiter so zielstrebig an sich arbeitet, wird er zur kommenden Saison einen ähnlichen Sprung wie vergangenes Jahr machen." Hollenstein will sich nun vor allem im Zeitfahren nach den Erfahrungen der vergangenen Woche verbessern. "Es war schlussendlich das Zeitfahren, das mich die Top 10 gekostet hat", so der Gesamt-15., der seine Stärken auch in Zukunft bei schweren Etappenrennen sieht.
Für Team Manager Harald Morscher warten nun wieder arbeitsintensive Wochen. "Wir werden noch einige neue Rennen in die Saisonplanung aufnehmen und uns parallel auch bereits mit der Saison 2011 auseinandersetzen", erläutert Morscher die Vorgehensweise. Eine der großen sportlichen Prioritäten für die ausstehende Saison: die Tchibo Top Rad Liga, in der Josef Benetseder seit seinem Sieg im ersten Rennen das Gelbe Trikot des Führenden trägt. "Aber auch international wollen wir den Schwung dieser erfolgreichen Österreich-Rundfahrt mitnehmen und noch für das eine oder andere Topresultat sorgen."
Internet: www.vorarlberg-corratec.com